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Wer die Wahl hat, hat die… Moment, haben wir noch eine Wahl?

Mit den Multis ist das ja nicht so einfach wie mit Vampiren, Kreuz/Knoblauch umhängen und das Gesocks bleibt einem vom Leib. Nein, bei den GMO/Monsanto Freunden ist das anders, man muß wirklich genau hingucken, welches Produkt man kauft, um nicht doch ausversehen die Bösen zu unterstützen! Wer also wissen möchte wie das mit den Dummbatz-Konzernen (von klein zu groß) so läuft, hier eine tolle Infografik, die aufbröselt, wer da mit wem und überhaupt.                                                                                                                                                    Das is wirklich die Pest… aber wir haben noch eine Wahl!Draufklicken => größere Grafik

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Schwarze Milch der Frühe…

ausgebrannte Mülltonne

Codex Alimentarius. Schon mal gehört? Ich kannte den Begriff nicht, ist mir nie untergekommen, allerdings habe ich im Studium die Neueste Geschichte nie besonders tiefgründig erkundet, war ja auch nur zweites Nebenfach. Trotzdem, ein Fehler, wie mir jetzt scheint. Denn dahinter scheint sich eine der größten Schweinereien EVER zu verbergen.

Ich erspar euch jetzt die Geschichte, über welche Umwege ich auf den Codex Alimentarius (C.A.) gestoßen bin, ich fange lieber gleich damit an, was sich hinter diesem Namen verbirgt.

Es handelt sich dabei um eine – mittlerweile wohl mehr als 5000 Seiten starke – Textsammlung, die von um die 20 verschiedenen (an manchen Stellen ist von 27 die Rede), sogenannten Expertenkommissionen laufend erweitert wird. Der Inhalt ist schon nicht mehr so einfach zu beschreiben, offiziell haben sich hier die WHO und die FAO zusammengetan und diese Expertenkommission gebildet, um internationale Standards in puncto Lebensmittelsicherheit und Produktqualität festzulegen. Schaut man beispielsweise auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BmELV) nach, so erfährt man:

„Die Standards des Codex Alimentarius sind nicht rechtlich verbindlich. Ihre besondere Bedeutung haben sie durch ein internationales Abkommen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) erlangt, gemäß dem sie als Referenz im internationalen Handel gelten und seitdem sie in den im Rahmen der WTO völkerrechtlich verbindlich geschaffenen Streitbeilegungsverfahren bei Handelskonflikten eine maßgebliche Rolle spielen.“

Hä, wie jetzt? Sind rechtlich nicht verbindlich… aber dann haben sie irgendwie doch besondere Bedeutung, und zwar durch ein internationales Abkommen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) – also ist der Codex doch bindend, oder was?

Interessanterweise findet man beim BmELV keinerlei Textauszüge oder ähnliches, schon gar nicht auf deutsch (angeblich gibt es Teile auf Englisch, Spanisch, Französisch und Arabisch), lediglich eine Mitgliederliste (die aber dann nur das jeweilig zuständige Amt ausweist), ein Link zu häufig gestellten Fragen (in englischer Sprache! und nur verlogenes Blabla) sowie die Weiterleitung zum Beitrittsbeschluss Weiterlesen

Gestern ACTA, heute Nahrungsmittel: Der Griff des einen Prozents nach der Weltherrschaft wird immer dreister

So, mittlerweile hab ich ein wenig recherchiert in dieser Neuseeland Food Bill Sache. Aaaalso:

Was ich jetzt so rausbekommen habe, steckt hinter der ganzen Kacke die WTO, klar eigentlich. Die wiederum hat Rückendeckung von der US Food and Drug Administration, FDA, während große Lebensmittelkonzerne oder Agrar-/Biotechnologie-/Chemie-Giganten wie beispielsweise Monsanto  Einfluss auf beide nehmen, in Form von „Beratern“. A propos Monsanto, das is mal eine dreckige Globalklitsche, Donnerwetter, und bei wem der Name gleich ein kleines Glöckchen ausgelöst hat, dann wars vernutlich dieses: Monsanto (die ursprüngliche Firma, gehört heute zu Pfizer ^^ ) war DER Hersteller des im Vietnamkrieg eingesetzten Agent Orange. Na, das sagt ja schon mal viel über ein Agrarunternehmen aus, wenn es sich ausführlich mit der konsequenten Zerstörung von Vegetation auseinandersetzt… Ein Hobby übrigens, dass sie bis heute nicht aufgegeben haben. Konsequent will der Konzern verhindern, dass jemals wieder ein Samen aufgehen kann, der nicht durch sie verkauft wurde.

Problematisch ist dabei vor allem ein Umstand: Monsanto besitzt die Patente auf 90 Prozent der heute industriell angebauten gentechnisch veränderten Organismen. Soja, Raps, Mais und Baumwolle sind die bekanntesten Beispiele, wobei ich erst vor ein oder zwei Wochen gelesen habe, dass wohl kein Soja irgendwo mehr wächst, das NICHT gentechnisch verändert wäre. Mehr als bedenklich das Ganze. HIER kann man bei Arte eine kleine Zusammenfassung über Monsanto lesen, leider ist die dazugehörige Doku schon vor zwei Jahren gelaufen. und das auch recht spät abends, unter der Woche, aber immerhin.

Zurück zur Food Bill. Wie ich erschrocken gerade festgestellt habe, ist bereits im Jahr 2009 in den USA etwas ähnliches abgelaufen, auch dort wurden zwei Food Safety Bills vorgeschlagen, die es in sich haben. Auch hier die gleichen Gestalten dahinter (Monsanto, WTO, FDA und weitere), auch hier der Versuch, biologisches Gärtnern für den Erwerb zu illegalisieren – ohne auch nur einmal das Wort „organic“ in den Mund zu nehmen. Das Gute schon mal vorneweg: Das eine Gesetz (H.R. 875) wurde nie erlassen.  Zum anderen Gesetzentwurf, S 425, genannt Food Safety and Tracking Improvement Act, kann ich nichts dergleichen finden. Was jetzt auch nichts heißen muss. Aber kann.

Na jedenfalls kommen hier die gleichen Zutaten ins Politsüppchen wie sonst auch: Sehr vage Formulierungen, geheime Verhandlungen, so gut wie keine offizielle Berichterstattung. Und ja, die Gier der Konzernriesen, die kann man auch deutlich riechen. Kommt uns allen äußerst bekannt vor, hm? Das Neuseeland-Gesetz sieht aber noch (neben den Punkten, die ich gestern bereits gepostet habe) ganz andere haarsträubende Dinge vor. Beispielsweise dass …

  • … der Obst- und Gemüseanbau genehmigungspflichtig wird, sogar für „Cottage Industries“, ich schätze damit sind kleine Höfe mit angeschlossenem Hofladen gemeint. Muss ich nochmal extra erwähnen, dass eine Genehmigung auch verweigert werden kann?
  • … Polizisten als „Food Safety Officers“ auftreten können und in dieser Funktion OHNE RICHTERLICHEN DURCHSUCHUNGSBEFEHL Haus- und Grundstücksdurchsuchungen durchführen darf – und zwar unter Zuhilfenahme aller Ausrüstung, die dafür notwendig erachtet wird; auch Waffen (Klausel 265-1).
  • … laut Klausel 243 aber nicht nur Polizisten die Funktion des Food Safety Officers bekleiden dürfen, sondern durchaus auch Leute aus der privaten Wirtschaft. So könnte beispielsweise Monsanto Angestellte für diesen Zweck abstellen; diese können dann ebenso unangekündigt und grundlos wie unterstützt von bewaffneter Polizei Grundstücke durchsuchen. Übrigens auch sogenannte Marae, abgegrenzte, zeremoniellen (religiösen) Zwecken vorbehaltene Areale.
  • … ganz egal wer als Food Safety Officer auftritt, dieser Immunität vor zivil- oder strafrechtlicher Verfolgung genießt.
  • … alles Saatgut zur Weitergabe genehmigungspflichtig ist. Ach ja, und zur Lagerung auch.

Ein Strang der Gerüchtelage besagt, dass Neuseeland quasi als Testgebiet herhalten soll; ein kleines Land, relativ wenige Einwohner, eine überschaubare Anzahl Politiker. Das Ziel: Sehen, wie weit man damit kommt. Und dann? Weiter, vermutlich ist Australien dann als nächstes dran.

Bitte, Leute, nehmt das ernst. In einer (handels-)globalisierten Welt ist Neuseeland um die Ecke. Auch wenn es in euren Kopf nicht hinein geht (is ja auch schwer), dass das, was diese Leute tun auf die Legalisierung von Tyrannei (und unser aller Versklavung) hinausläuft. Verbreitet das Thema. Sprecht darüber.

Und HIER kann man eine online-Petition unterzeichnen. Auch als Deutscher, das geht nicht nur die Neuseeländer an.

So. Hab ich was vergessen? Bestimmt. Das Thema ist riesig, wieder mal, aber lasst euch davon nicht abschrecken. Nur Vielfalt sorgt für Stabilität! Wir sind das Volk. Meinungen wie immer willkommen.

[Nachtrag]

Hier noch ein paar Links zum weiterlesen:

HIER ein interessanter Artikel über die Verflechtung von Bill und Melinda Gates‘ „humanitärer“ Foundation zu Monsanto und die Versuche, genmanipulierte Lebensmittel durch diese Hintertüre weltweit durchzusetzen.

educate yourself über die beiden im Artikel angesprochenen amerikanischen Lebensmittelgesetze.

opencongress über den Gesetzentwurf S 425.

Für die frankophonen Leser unter euch: HIER ein Interview mit Marie-Monique Robin, die die Arte Dokumentation über Monsanto „Die Welt laut Monsanto“ initiiert hat.

Combat Monsanto. Der weltweite Protest wächst und gedeiht. 😉

infowars zur Neuseeland Food Bill Geschichte.