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Long live the new flesh!

Hannah Geist blutet

Ein Film, so böse und krank, dass er sofort infiziert. Und doch wunderschön.  „Antiviral träufelt sinnbildlich mit einer Laborpipette einen Tropfen leicht überzogenes Gesellschaftskonzentrat in das Wasser deiner Gedanken. Mit dem Effekt, dass dieser Tropfen sich darin wie in Zeitlupe entrollt, bis er sich in starker Verdünnung vollständig ausgebreitet hat.

Brandon Cronenberg – jep, der Sohn, übrigens bereits 1999 bei Daddys „eXistenZ“ als Special Effect Technician dabei – hat mit „Antiviral“ ein großartiges Meisterwerk abgeliefert. Und das würde ich mich normalerweise nicht einfach so trauen zu behaupten, wenn ich den Film nicht bis zu Ende gesehen habe. Hier fehlen mir noch die letzten 45 (!) Minuten; aus Gründen, die hier allerdings nichts zur Sache tun.

Wer jetzt schreit: „Auf den letzten 45 Minuten kann man es aber immer noch verkacken“, dem antworte ich: Stimmt. Kann man. In diesem Fall bin ich aber davon überzeugt, dass das nicht passieren wird. Passiert ist. Wie auch immer. Der Film ist ein Fest für die Sinne, man kann sich gar nicht sattsehen an diesen wunderbaren Bildern. Hat mich heute extrem beschäftigt, der ganze sicke Plot. Wir befinden uns in einer Gesellschaft, die ihre Celebs komplett ausschlachtet – und damit den Massen die Kohle aus der Tasche zieht. Es ist höchst erfrischend, wie dieses Ausschlachten der Celebs geschieht, denn völlig anders, als man bei der Genrebezeichnung „Horror“ vermuten könnte, werden nicht etwa die Promis selbst zerlegt, sondern beispielsweise Zellenfleischmatten aus ihren Spendermuskelzellen gezüchtet und als Fleisch für glühende Fans zum Verzehr verkauft. Oder es werden den Stars  diverse Krankheiten abgeerntet, modifiziert und dann an Verehrer verscherbelt. Wer richtig Asche hat in dieser Welt, kann sich auch nachgezüchtete Celebrity Skins auf den eigenen Körper plantieren lassen.

Ein grandioser Hauptdarsteller, Caleb Landry Jones, überhaupt fantastische Schauspieler, eine wahnsinns Kamera, ganz ruhig, manchmal fast statisch, keine trendy Handshots weit und breit, eben völlig unaufgeregt, vermengen sich zu einem Bilderrausch mit viel Weiß, auch Schwarz, meist sehr wenig bis keine Farbe. Starke Trennung von Drinnen (steril) und Draußen (sehr schmutzig), je länger der Film ging, desto mehr Reminiszenzen an andere großartige Streifen sind mir in den Kopf geschossen, es hat nur so geschillert… Die Hauptfigur Syd March ist sozusagen ein aufstrebender Geschäftsmann, der seinen Job nutzt, um nebenher eigene Geschäfte zu machen – und dabei in eine Situation gerät, bei der es um Leben und Tod geht. Und mehr sag ich jetzt einfach nicht.

videoflesh

Afrikanische Zombies: noch langsamer als amerikanische

Wir hatten schon seit längerem vor, Kurzkritiken zu gerade eben angesehenen Filmen zu schreiben. Weil wir (wir sind in diesem Fall Fritz, Sickfile und ich) nämlich ein schier unglaubliches Geschick haben, ziemlich üble Streifen auszuwählen. Devil zum Beispiel. Ein Fahrstuhlfilm im wahrsten Sinne des Wortes, so wie es eben auch Fahrstuhlmusik gibt. Oder Insidious. Schlimm. Zu neuen ungeahnten Tiefen gelangte unser gemeinschaftliches Filmglotzen vor ein paar Tagen; The Dead hieß das Machwerk.

The Dead, der Titel legt es nahe, ist ein Zombiefilm. Spielort: Irgendwo in Afrika. Die Story: schnell erzählt. Der einzige Überlebende (weiß, Amerikaner) eines Flugzeugabsturzes (Hintergrund für den Flug ist die Evakuierung einer Militärbasis aufgrund bereits übermächtiger Zombiepräsenz) trifft auf einen afrikanischen Deserteur (schwarz, logo), der seinen Sohn sucht. So entspinnt sich eine Art Splatter-Roadmovie durch die idyllischste afrikanische Landschaft, die man sich vorstellen kann. Vorbei an Sonnenuntergängen, Schirmakazien und unglaublich langsamen, aber stetig und in großer Zahl durch die Flora staksenden Zombies.

Soweit wäre das Ganze ja eigentlich in Ordnung. Schicksalsgemeinschaft und so, splitternde Knochen und spritzende Körpersäfte, begleitet von fremdschmerzauslösenden Geräuschen. Die Maske hat sich durchaus Mühe gegeben, die Zombies sehen wirklich übel aus, der Kameramann hat tolle Landschaftsaufnahmen gefilmt. Aber. Die beiden Regisseure John und Howard Ford leiden offensichtlich mit zunehmender Dauer des Films direkt proportional gemeinsam an Pathosanfällen, Kitschomanie, politischen Korrektheitsverrenkungen und verirren sich in einer Langatmigkeit, die nur schwer zu ertragen ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich meine, ich habe noch keinen langweiligeren Zombiefilm gesehen. Ich kann mich natürlich irren, aber mir fällt kein einziger Zombiestreifen ein, den ich schlechter fand. Afrika. Gut. Schöne Bilder. Auch OK. Aber Ebony and Ivory in Zombieland? Meh.

Trauminvasion ist eigentlich oldschool Panzerknacker-Style!

„Bahnbrechend neu“ ist eine Vokabel, über die ich nun schon des öfteren bezüglich Christopher Nolans neuem Streifen „Inception“ gestolpert bin. Aber einer meiner Lieblingshelden im Internetz, Tyler Durden, hat’s schonungslos aufgedeckt: Nolan hat geklaut. Und zwar bei Disney! How cheeky is that??? OK, er hat immerhin versucht, diesen Umstand zu verschleiern, indem er die Panzerknacker durch DiCaprio ersetzt und den schottischen Fantastilliardär Dagobert in einen japanischen Businessheinz verwandelt. Unterstützend wird auch noch mit der Kamera herumgewackelt, alles um uns zu täuschen. Glaubt ihr nicht? Bitte, dann lest halt selber nach im Disneyheft aus dem Jahr 2002.

Übrigens hab ich Nolans neuestes Werk noch gar nicht gesehen. Werd ich aber nachholen, trotz dieser unglaublich markerschütternden Enttäuschung… 😉

[via wwtdd]

Immer schön misstrauisch bleiben!

Ufos, Zombies, Sissy

Hier mal zwei Trailer zu bald erscheinenden Filmen aus Deutschland :

(via elektrolyge/polkarobot)

KaBoom!

Spitzen Video von PES!

Doku – I need that Record

Brendan Toller hat diesen Dokumentarfilm über das Sterben von Plattenläden gemacht und in diesem Zuge Vinyl-Junkies, Ladenbesiter und Musiker interviewt. Eine Woche lang kann man sich das komplette Teil bei Pitchfork angucken. Oder man zahlt 11 Dollar! (via skyence)