Farbpaletten Angie!

Toll! Auf der Projektseite „Spectacle of the Tragedy“ gibt es mehr von Noortje van Eekelen!

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Knüppel aus dem Sack!

Hier bitte: knapp 75 Minuten der legendären Hardcore-Rap Combo rund um Ice-T, live in LA. Stinkt mir schon, das ich die damals nie gesehen hab….

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Von Neid, Erde und überquellenden Säcken

Huhu, hier bin ich wieder, direkt aus der Hängematte. Ich muss sagen, ich bin schon neidisch auf die Leute mit Acker, die mittlerweile schon reiche Beute machen. Aber heute wird nicht lang rumgeredet, los geht’s:

Der Garten platzt wahrlich aus allen Nähten, was mich dazu gezwungen hat, weitere knapp 500 Liter Erde in Pflanzsäcken und anderen Behältnissen zu versenken (fragt nicht nach dem durchaus auch voluminösen Loch in meinem Geldbeutel). Zwei Fahrten waren notwendig. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.  Hier sehen wir die Pflanzen an der Südmauer, von unten rechts nach oben links: Walderdbeeren, momentan überwuchert von einer gelben Minigurke, die obendrein noch rund ist. Dann kommt der Palmkohl, Tomaten, Mangold (noch winzig) und Salat, mehr Tomaten, mehr Gurken, dann der erste Kartoffelwahnsinn, Regentonne, das wars.

hier die Gurke, süß, oder?

Hier befindet ihr euch an der nach Osten gewandten Mauer, Salat und Palkohl, ein Versuch.

Dann die Feuerstelle, einer meiner Lieblingsplätze.


Hängematte. Mehr muss man da nicht sagen. (Doch, etwas schon, nämlich das Bild, das is ansonsten immer richtig rum, nur hier nicht… tut mir leid)

Hier kommt die Auberginenarmee.

Es grüßt die Schwarzäugige Susanne!

Wie man gut sehen kann, hab ich meine Hängetomaten doch mehrheitlich hochgebunden.  Einfach aus Platzgründen. Die Tomatenhecke ums Kartoffelfeld is ne Notlösung, die mir mittlerweile aber sehr gut gefällt.

Ich verspreche, bald Bilder von den reifenden Früchten zu posten.

Neues aus dem Innenstadt-Tomatenwald

an einem regnerischen Tag im Juni

Oh mann, langsam zeigt sich das ganze Ausmaß meiner Unbedarftheit beim Aussäen von Tomaten. Der Tomatenwald befindet sich in der mitte des Bildes, links daneben wuchert ein Kürbis, rechts daneben lila Stängelkohl (geht in Richtung Brokkoli-Urahn, muss noch schaun, was ich damit mach) und am rechten Bildrand sieht man Kartoffelwucher. Oberhalb des Gartenbeets befindet sich mein nigelnagelneuer miezikleiner Kartoffelacker, in dem nun weitere Bio-Agrias aus dem Hause Wilholm versenkt wurden. Gleich darüber mein neuestes Spielzeug: eine Feuerschale bestehend aus einem Biergartentischgestell aus Eisen (Sperrmüllfund) und einem uralten Gußeisenwok, der schon rostet.

An der Mauer sieht man auf dem obigen Foto so ein Hängeteil mit Pflanzen drin. Vertiplant. hier die etwas genauere Ansicht, wenn auch leicht verschwommen. Wenn ihr meine Meinung hören wollt: Ich würds nicht wieder kaufen. War nicht besonders teuer, zwei für 14 Öre, aber ich hab nur eins zum Schauen mal bepflanzt – und es gibt Mängel. Wie man ziemlich gut sehen kann, hängen die Pflanzfächer so sehr nach vorne (und ich krieg das auch nicht anders hin, es sei denn ich würde alles nochmal ausbauen und irgendwie halbe Plastikbecher oder ähnliches als Stütze einbauen; vielleicht nächstes Jahr) Das Nach-vorne-hängen hat nämlich den Nachteil, dass man ganz laaangsaaam gießen muss. Häppchenweise. Sonst läufts sofort über und vorne raus. Und eben nicht den angedachten Weg von der obersten zur mittleren und unteren Etage via Durchtröpfeln. Sieht zugegebenermaßen nichtsdestotrotz sehr hübsch aus.

Und hier nochmal die vielen Tomaten.

das da in der Kiste unten ist Sellerie, der langsam losschießt… ich frage mich langsam, ob ich auch da übertrieben habe. Andererseits ist Sellerie gut lagerfähig…

Ich muss außerdem noch ungefähr eine Tonne Karotten nachziehen, irgendwas lief nicht soo super mit meiner ersten Aussaht – und das obwohl der Zeitpunkt laut Mondkalender ideal war. Mittlerweile halt ich mich ja schon längst nicht mehr dran, allein weil die allermeisten Vergleichs-Aussaaten an günstigen und ungünstigen Tagen sich so gleich gut entwickelt haben.

die Scherben von Tontöpfen waren halt da und stabilisieren einerseits das Beet, andererseits verhindern sie auch zu schnellen Wasserabfluß

Jo. Fertig mit der Bestandsaufnahme.

Melvins Lite sind da!

Ich bin ja ein großer Melvins Fan und gestern erschien das achtzehnte!!! Studioalbum der Altmeister. Lite deswegen:  Buzz Osborne (Vocals), Dale Crover (Drums) und Trevor Dunn (Bass) und nicht wie üblich  Buzz Osborne (Vocals), Dale Crover (Drums), Jared Warren (Bass/Vocales) und Coady Willis (Drums). Seit heute kann man das ganze Album hier für eine limitierte Zeit streamen und sich einen Eindruck verschaffen. Ich find´s super, ruhiger, aber super!

Freak Puke“ Tracklist:

01. Mr. Rip Off 05:54
02. Inner Ear Rupture 01:58
03. Baby, Won’t You Weird Me Out 03:52
04. Worm Farm Walt 03:57
05. A Growing Disgust 04:30
06. Leon vs. The Revolution 02:49
07. Holy Barbarians 02:33
08. Freak Puke 02:48
09. Let Me Roll It 04:32
10. Tommy Goes Berserk 09:40

The Raid – Martial Arts at its best … aus Indonesien!

Wer hätte das gedacht, dass einer der besten Actionfilme der vergangenen Jahre ausgerechnet aus (Achtung) Indonesien kommt. „The Raid – Redemption“, geschrieben vom Waliser Gareth Huw Evans, der auch Regie geführt hat, wurde gestern auf unserem heimischen Sofa fast schon frenetisch beklatscht als die längst überfällige Renaissance des asiatischen Kampffilmgenres. [Trailer] Und  Kampf ist genau das, worum es vorrangig geht. Die Story… ist zugegebenermaßen recht einfach gestrickt. Macht aber gar nichts, der Streifen hat herausragende andere Qualitäten.

Wir befinden uns in den Slums von Jakarta, eine Gruppe waffenstarrender Polizisten bahnt sich ihren Weg in ein 15-geschossiges Appartement-Hochhaus. Der Grund dafür: Im 15. Stock sitzt ein gefürchteter Drogenbaron, den es der Justiz zu überantworten gilt. Das ist natürlich nicht so leicht, zumal die Bewohner des Hochhauses ebenfalls ausgezeichnet mit Waffen aller Art ausgestattet sind und zudem keinerlei Lust verspüren, sich aus dem Weg räumen zu lassen. Schnell wird die Lage für das SWAT-Team ziemlich prekär, es entspinnt sich eine Art ultrablutiger Indoor-Kriegsfilm.

Die Kampfszenen sind unglaublich gut. Keine Schnörkel, kein ästhetisches Rumgetue seitens der Kämpfer. Eben echter Kampf, so wie er halt aussieht (und das ist nicht schön). Für die Ästhetik der Bilder sorgen dagegen die hervorragende Kamera und ein Schnitt, der preisverdächtig ist. Insgesamt glänzt der Film durch die Auffallende Absenz von großartiger Effekthascherei. Die Soundeffekte sind toll, keine Frage, aber eben nicht übertrieben. Visuelle Effekte sind selten, dann aber wirklich beeindruckend. Und die ständige Gegenüberstellung von Schusswaffen und Klingen – ein Fest.

Fazit: unbedingte Empfehlung. Keine Mätzchen, keine lange Wartezeit bis es losgeht; genau so muss es sein. Einziger Malus: Könnte sein, dass einen hinterher nur noch Evans Actionfilme begeistern werden, weil alles andere als langweiliger Aufguss abstinkt. Der Titel von Evans nächstem Projekt: Berandal. I’m desperately waiting…

Noch eine Empfehlung: Wir haben uns – als Vorfilm sozusagen – die Claycatsversion (Lee Hardcastle) von The Raid reingezogen. Ob ihr den jetzt vorher, hinterher oder an einem anderen Tag anschaut, is mir egal. Aber tut es bitte. 

Lesetipp: Kathrin Hartmann „Wir müssen leider draußen bleiben“

Vergangene Woche bin ich über ein Interview mit Kathrin Hartmann gestolpert, Autorin des erst kürzlich erschienenen Sachbuchs „Wir müssen leider draußen bleiben – Die neue Armut in der Konsumgesellschaft“. Das Interview hat mir derart gut gefallen – kein Mangel an klaren Worten, kein um den heißen Brei rumreden, mit dem Verweis, dass alles im Buch steht und hier nicht zuviel verraten werden soll – dass ich mir das Buch sofort bestellt habe. Und nach der Abholung hat es zwei Tage gedauert, dann war ich durch.

Ja, ich hab’s im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen. Die Methode, mit der Hartmann vorgeht, ist sehr wissenschaftlich. Sie belegt alles, hat stets vor Ort recherchiert (auch wenn vor Ort Bangladesch hieß) und vermeidet konsequent zu schnelle Schlüsse, auch wenn man ihre nagenden Zweifel durchaus merkt. Dass dann am Ende doch bestätigt wird, was viele von uns bereits recht schrumifumi im Hinterkopf geahnt oder sogar bewusst befürchtet haben, ist schlimm. Aber es ist dennoch notwendig, derlei Entwicklungen von all dem PR-Müll der Konzerne zu befreien und als klare Aussagen hinzustellen. Das tut Hartmann, indem sie nicht nur ihre eigenen Rechercheergebnisse darlegt, sondern auch die Erkenntnisse anderer zum gleichen oder zu angrenzenden/überlappenden Themen mit einflicht.

Die Kapiteleinteilung macht bereits deutlich: Hier versucht jemand, einen Überblick zugeben, und zwar einen vergleichenden, globalen, der alle Auswirkungen des konsumgesellschaftlichen Tuns aufzeigen möchte. Meines Erachtens gelingt Kathrin Hartmann das sehr gut. Über Ausgrenzung und die Kultivierung von Mythen, die den Hass gegen eine – wie auch immer geartete – Unterschicht schüren, schlägt sie den Bogen über die deutschen Tafeln zur Getrifizierung (und Supergentrifizierung), um sich dann den Reichen zuzuwenden. Sie zeigt viele viele Beispiele auf, wie sich die Reichen bereits in eine Parallelwelt verabschiedet haben, wie sie die Medien (bis auf sehr wenige Ausnahmen) auf ihre Seite ziehen und auch der bereits bekannte große Einfluß auf die Politik findet Raum. Zu guter letzt entlarvt sie noch sogenannte Sociual Businesses als das was sie sind: ganz normale profitstrebende (und somit moralfreie) Konzerne, die sich lediglich eine neue Art der PR ausgedacht haben. Und diese PR funktioniert. Denn sie beruhigt Gewissen auf der einen Seite und gleichzeitig ist der Aussagegehalt für uns alle nicht wirklich nachprüfbar. Siehe Hartmanns Suche nach der sozialen Joghurtfabrik in Bagladesch von Danone in Kooperation mit Muhammad Yunus (zu diesem – unfassbarerweise – Friedensnobelpreisträger erfährt man so einiges im Buch, das einem die Fremdschamesröte auf die Wangen treibt, so übel ist sein Tun. Man möchte nicht mehr Mensch sein). Yunus gilt als Erfinder der Mikrokredite, ein Instrument, mit dem die Ärmsten der Armen in eine unentrinnbare Schuldenfalle getrieben werden – während Reiche Spekulanten dadurch noch reicher werden.

Mein Fazit: Eine unbedingte Buch-Empfehlung. Es macht wütend, und ich hoffe wirklich, dass dieses Buch möglichst viele Menschen lesen. Liest sich so spannend wie ein Krimi, die Sprache ist unterhaltsam und schafft es doch, der Ernsthaftigkeit des Themas gerecht zu werden. Eigentlich hatte ich an ganz vielen Stellen im Buch eher den Eindruck, einen sehr gut geschriebenen Blogeintrag zu lesen, so kurzweilig war die Lektüre. Und aufregend, im Wortsinn. An einer Stelle schreibt Hartmann mal: „Man möchte schreien.“ Das kann ich bestätigen. Mehrfach knäuelte sich eine recht massive Wutkugel in meinem Bauch zusammen. So kann, so darf es nicht weitergehen. Wir können nicht weiterhin die Mär vom faulen Hartzer, der der Gesellschaft ganz schlimm auf der Tasche liegt aufrecht erhalten. Genauso wie uns doch klar sein muss, wie faul die Ausrede der „faulen Südländer mit mediterranem Verhältnis zum Geld“ ist. Wir können auch nicht länger so tun, als hätte deren Treiben nichts mit uns zu tun. Wir müssen uns wehren! und auch aktiv gegen diesen Wust an Vorurteilen vorgehen. Da hat Hartmann völlig Recht und spricht mir aus der Seele.

Einen Kritikpunkt habe ich aber doch, allerdings geht der nicht an Hartmann selbst, sondern ans Lektorat des Blessing Verlags: Ich hätte gerne den Preis des Buches auf 20 Euro aufgerundet gezahlt, wenn es dafür nen ordentlichen Lektor gegeben hätte. Fast auf jeder Seite mindestens ein Fehler. Doof.