Archive for the ‘ Medien ’ Category

Endlich: Iron Sky – Offizieller Trailer

Nach langem warten – und unzähligen Teasern – hier nun endlich der neue und höchst offizielle Trailer zum ultimativen Nazi-Sci-Fi Spektakel des Jahres überhaupt! Vorhang auf:

[via]

Informationen zu ACTA: Worum geht’s? Was ist daran problematisch?

Ich habe mal ein paar informative Links zum Thema ACTA zusammengestellt. Zunächst ein paar Links zu Artikeln, die meines Erachtens ganz gut erklären, worum es eigentlich geht. Anschließend noch Informationen zu geplanten Aktionen zum Mitmachen und auch noch Links zu Reaktionen/Wortmeldungen aus der Politik.

  • HIER der Beitrag von Copyright-Fachmann Fritz auf seinem eigenen Blog 11k2, der es dankenswerter Weise immer wieder schafft, komplizierte Sachverhalte anschaulich zu erklären.
  • Anonymous News Site mit Aufruf zu Paperstorm und Demotag am 11. Februar: HIER.
  • Hervorzuheben ist m. E. auch die Berichterstattung dazu auf netzpolitik.org, beispielsweise HIER, HIER oder auch HIER.
  • Die im Nachtmagazin-Beitrag (zweites HIER Zeile drüber) erwähnte digitale Gesellschaft hat auf ihrer Website einen sehr umfangreichen Flyer zu ACTA, HIER.
  • Und auch die ARD hat auf meta.tagesschau.de ein FAQ zu ACTA erstellt. HIER.
  • Selbstverständlich haben die Augsburger Piraten bereits was organisiert, die Infos dazu gibt’s HIER. Da gibt’s auch noch haufenweise weiterführende Links.
  • Und auch Die Grünen sind gegen ACTA. HIER.
  • Wer es lieber mit bewegten Bildern und vorgelesen hat, HIER der Link zum entsprechenden Youtube-Video.

Auch das gibt es, Justizministerin Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, eigentlich m. E. eine eher ungewöhnliche Person für ein FDP-Mitglied, hat interessanterweise keinerlei Bedenken, was ACTA angeht. HIER nachzulesen. Hm. Unerschütterlichster rosa-Brille-Idealismus? Dabei weiß doch gerade Sie, dass Verfassungsrecht und dergleichen gerne von ihren Parlamentskollegen zugunsten von kommerziellen Interessen auf den Opfertisch geschnallt werden… völlig unverständlich für mich. [via fefe]

Und HIER, sehr interessant, schreibt die slovenische Botschafterin in Japan (in englischer Sprache), warum sie ACTA unterzeichnet hat. Ich muss sagen: Hut ab vor so einer Politikerin, die sich traut, einen Fehler einzugestehen und gleichzeitig offenlegt, wie es dazu kam, welchen Zwängen und Umständen sie unterlag und welche Fehleinschätzungen sie gemacht hat.

Zitat:

I signed ACTA out of civic carelessness, because I did not pay enough attention. Quite simply, I did not clearly connect the agreement I had been instructed to sign with the agreement that, according to my own civic conviction, limits and withholds the freedom of engagement on the largest and most significant network in human history, and thus limits particularly the future of our children. [auch via fefe]

So, ich denke, damit ist klar, warum wir alle gegen ACTA sein sollten. Macht alle mit, kommt zur Demo am 11. 2. 2012, verteilt Flyer, und vor allem: Sprecht mit den Menschen! Auch wenn die Gefahr besteht, ungewollt als Träumer, Hippie, linker Phantast oder sonstwas dazustehen – scheißegal, diese Abqualifizierungen sind nicht wichtig, und auch die politische Richtung, die einem unterstellt wird oder der man zugeordnet wird, sind nicht wichtig! Wichtig sind nur Inhalte. Und den Inhalt des ACTA-Abkommens kann die Mehrheit nicht wollen, auch nicht die damit einhergehende, äußerst gefährliche Blockwartmentalität „Wer nichts zu verbergen hat, kann auch nichts gegen totale Überwachung  haben“! Das ist perfide und zynisch!

Ach ja, Eure Meinungen sind wie immer willkommen.

Ruhe sanft, Georg Kreisler!

Och neeeeee! Georg Kreisler ist gestorben. Gestern ganz in der Früh. An einer schweren Infektion im Alter von 89 Jahren. Macht mich traurig, auch wenn 89 ein beachtliches Alter ist. Aus gegebenem Anlass:

und – ganz wichtig zur Zeit – das hier (passt zu meinem Buchhandlungs-Loot „Frei von Herrschaft“):

und auch noch das hier:

[via] und [via]

LUMENOISE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!11!!!!!!!!!!!!!!!!!elf!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Was ne geile nervige Scheiße!

Alle schmutzigen Details dazu HIER.

PS: … und ich musste gerade genau elf mal (11!) ein Ausrufezeichen hinzufügen, damit  die Überschriftzeile voll wurde… ich sag nur.

My Buchhandlungs-Loot Of Today

YESSSSS! Freude pur! So richtig mit Mundwinkel nach oben biegen. Heute waren gleich zwei etwas langwierigere Buchbestellungen endlich eingetroffen und abholbereit: Zum einen Vernor Vinge’s Children Of The Sky, der Nachfolger von A Fire Upon The Deep, einer wahnsinnig tollen Space Opera, die ich jedem, der ein Herz für Sci Fi und Anverwandte hat an eben jenes legen möchte; und dann zum anderen noch ein … tja, wie soll ich sagen, Verlegenheitsbuch, das ich nur bestellt habe, um mir die Wartezeit auf das eigentliche Wunschbuch desselben Autors zu verkürzen. David Graeber, Frei von Herrschaft – Fragmente einer anarchistischen Anthropologie, spürt unter anderem der Frage nach, wie Menschen in Gesellschaften ohne Hierarchien leben.

Warten tu ich aber eigentlich (und in erster Linie) noch immer auf Debt – The First 5000 Years, eine aus anthropologischer Sicht beleuchtete Geschichte der Schulden [Hier eine informative Besprechung, in englischer Sprache]. Spannend hoch zehn, denn Graeber versucht darin nachzuweisen, dass es eine Verbindung zwischen (Staats-)Verschuldung und Revolutionen gibt. Einen Essay zum Thema mit Exzerpten aus Debt von Graeber selbst hab ich HIER gefunden. Liest sich super, so die Seite denn aufgeht. Im Moment will sie rein gar nicht. Ich hoffe, das bleibt nicht so.

Was ist eigentlich mit der taz los? – Die Fortsetzung

Es ist nicht zu glauben. Was zum Teufel machen DIE DA???? Unter dem schmalztriefenden Titel „Eine, die alle lieben“ bringt die taz jetzt eine vermeintliche „Homestory“ über Marina Weisband, Geschäftsführerin der Piraten.

Vermeintlich, weil … ich glaub das alles nicht. Ganz ehrlich, ich hab mir schon beim Anlesen gedacht, die schreibt das doch mit unguten Hintergedanken so. Das Ding – Interview oder gar Portrait kann man das beim besten Willen nicht nennen – is glaub ich richtig fies gemeint. Und als ich dann die Kommentare darauf gelesen habe, da fühlte ich mich leider ziemlich bestätigt in meiner Vermutung, dass genau diese Reaktionen beabsichtigt waren. Da wird von manchen Kommentatoren ein Schluss gezogen, den man verkürzt mit sinnentleerter Artikel => sinnlose (Piraten-)Partei umschreiben könnte.

Und dann les ich auch bei fefe (<3) über hochnotpeinliches Anhimmeln und eine noch üblere Kategorie als Homestory, die man da hingekackt habe. Nur zieht er wiederum einen ganz anderen Schluss:

Mich schauert ja bei der offensichtlichen Schlussfolgerung des Ganzen, nämlich dass die Redakteurin nicht so völlig unfähig ist wie es jetzt aussieht, sondern sich da mit der Afelia [Anm.: Weisbands Twitter-Nick] hingesetzt hat und sich stundenlang unterhalten hat, und dann am Ende einfach nichts inhaltliches aus ihr herausgekriegt hat, das sie hätte hinschreiben können, und deshalb diesen oberpeinlichen „Frau am Sonntag“-„Journalismus“ abgeliefert hat.

Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Hmm. Kann natürlich auch sein. Aber ich kann mir eben das Gegenteil auch sehr gut vorstellen: Die quatschen da stundenlang, interviewtechnisch, und die Autorin schreibt das halt trotzdem einfach nicht hin. Sondern nur dieses Blabla. Sie schreibt ja auch:

Marina Weisband ist ein Exot im Metier der Zweckmäßigkeit. Die Geschäftsführerin der Piratenpartei empfängt nicht als Politikerin. Sie führt als schillernde Lady in ihr geheimes Reich. Jede ihrer dramatischen Gesten, jedes Detail in ihrer aufgeräumten Münsteraner Wohnung stimmt.

Nicht als Politikerin also. Man addiere noch „Prinzessin Lillifee“, „Revolutionsfrisur“, „Punk“ und “ rosa Zuckerstreuseln“ dazu, fertig ist das oberflächliche Mädchen. Wenn es wirklich so gewesen wäre, wie fefe vermutet, dann traue ich der taz durchaus zu, dann auch zu schreiben, dass nichts inhaltlich relevantes aus ihr rauszukriegen war. Gerade WEIL es die Piraten sind.

Tja.

Mein Eindruck. Andere Meinungen dazu sind herzlich willkommen.

Human Centipede II – Das Grauen in Schwarz/Weiß

OMFG!! Jetzt, oder? Human Centipede 2. Angeblich der schlimmste Film. EVER. Neulich wach ich auf, circa 3 Uhr, schallendes Gelächter nebenan im Wohnzimmer. Sickfile, Snickerz, Moses, Pit und Felix. Film war schon rum. HC 2. Und allein das (DAS) als völlig Außenstehender mitzukriegen war der WAHNSINN. Meinungen zwischen „Ey, was wollt ihr, is doch nur n Film“, „verstörend, faszinierend“, einen echten Hosenrunterlasser von Moses, der völlig zerstört auf der Couch sitzend erzählt vom Trailer, und wie er sich die ganze Zeit denkt, „jaaa, mann, super Marketing… und jetzt … ich… dachte nicht, dass das … Ernst ist…“

Haahaha, und der beste Satz kam von Pit, zu Felix, der alles nich soooo schlimm fand: “ Jetzt gehst heim, schläfst, wachst mittendrin auf und … DER FILM IS DA!“

Und da fängt die Geschichte an. Denn der Film – ohne Zweifel in meinen Augen ein gelungenes Machwerk – kam nicht. Jedenfalls nicht bei mir. Nicht nachts im Traum und auch nicht tags in Gedanken. Hmm. Das war beim ersten Human Centipede ganz anders; Dr. Heiter schien mir eine Zeit lang überall aufzulauern. Wieso also nicht eine in irgendeiner Form vergleichbare Nachwirkung beim zweiten HC? Der laut Tom Six schon noch eins drauf setzen sollte. Und das hat er ja auch. Für schwache Nerven isser definitiv nix, und wer besondere Empfindlichkeiten in Bezug auf Fäkalien hat, sollte am besten vom Film Abstand nehmen.

Für die kommenden Absätze gebe ich mal vorsichtshalber Spoiler-Alert:

Ich meine, es geht bei weitem nicht spurlos an mir vorbei, wenn Martin sich ohne Rücksicht auf Verluste (die er dann doch bedauert) durch sein persönliches Projekt stümpert. Überhaupt Martin, die ebenso sprachlose wie grandiose Hauptrolle. (Wer kann sich nach HC II vorstellen, dass der Schauspieler noch bis vor kurzem Kinderfernsehen gemacht hat?) Mein Gott, ich gestehe, ich hatte an manchen Stellen tatsächlich Mitleid mit ihm. An manchen Stellen des Films scheint sogar eine Größe erreicht, die an Streifen wie etwa Maniac oder Henry heranreicht; vermeintlich unentrinnbare Täter-Opfer-Verstrickungen werden durch Rückblenden offenbar. Also was ist los? Wieso kam er denn nicht, der Film?

Ich weiß es einfach nicht. Ich habe aber mittlerweile eine Theorie: Ein Übermaß an Erwartungen gepaart mit zu vielen (wenn auch kleinen) Spoilern, die ich zwangsläufig in jener oben beschriebenen Nacht abbekommen habe. Anders kann ich mir nicht erklären, warum mich Human Centipede 1 samt Dr. Heiter und den ziemlich schrägen deutschen Tatort-Bullen wesentlich mehr gerissen hat als Martins ebenso dilettantisches wie ambitioniertes 12-Glied-Projekt im zweiten Teil. Ist aber vielleicht auch nicht wirklich wichtig, denn wie gesagt, der Film is gut, die Bilder gekonnt inszeniert, da kann man nicht meckern.

Ganz interessant war im Nachfeld noch ein Gespräch mit Moses, der in einem Nebensatz angemerkt hat, dass er vermutet, Six habe die Teile so angelegt, dass am Schluss eine Summe der Teile heraus kommt, also HC 1 BIS 3 und nicht drei einzelne, getrennte Teile (Variationen) zum Thema. Zumindest für den ersten und zweiten Part ist das durchaus nachvollziehbar. Und der dritte, gut, muss man abwarten. Six meinte ja, dass der dritte Teil den zweiten wie nen Disneyfilm aussehen lassen wird. Es bleibt also spannend.

Mein Fazit: Genre-Liebhaber sollten ihn sich nicht entgehen lassen, so sie denn an ihn ran kommen. Den ersten Teil gibt’s jetzt übrigens in der Videothek Pi in der Maximilianstraße 58 in Augsburg auszuleihen. Englisch.

Sag mir, wo der politische Diskurs geblieben ist

Tut gut, wenn man feststellt, dass man nicht allein dasteht mit seinen Befürchtungen und dem Gefühl, dass gerade ein ganz entscheidender, einschneidender Wandel passiert. Und der scheint mir nicht zum Guten zu führen.

Uneingeschränkt empfehlenswert: Alternativlos 20; Gast: Frank Schirrmacher (FAZ-Mitherausgeber); Thema: Der polistische Diskurs im Wandel der Zeit. Diese Netzbeschallung is über zwo Stunden lang, sehr gut zu hören, und dürfte alle interessieren, die zumindest ein Grundinteresse an Politik und Bürgerrechten haben. Piraten. Leute, die nicht mehr so sehr auf „rechts“ und „links“ schauen, sondern auf Inhalte. Occupy-Demonstranten. „Die Linke“-Anhänger. Alle, die sich über diese öffentlich recht seltsam geführte Debatte (falls man das überhaupt so nennen kann) zum Bundestrojaner wundern. Oder gar aufregen, so wie ich. Und und und. Wünsche viel Vergnügen.

Die Welt steht irgendwie gerade Kopf, oder?

Leute, was is denn los? Ich meine, in was für Zeiten leben wir denn?

Ich hab mir in den vergangenen zwei Wochen anscheinend ein solches  Übermaß an Nachrichten und“ einfach-so“-Internet gegeben, dass ich langsam denke, die Welt stellt sich gerade auf den Kopf.

Bundestrojaner! Oder vielleicht lieber Staatstrojaner? Eigentlich auch schon egal, aber wie krank is das denn? Man schämt sich fast schon, dass man in Bayern lebt, ehrlich. Und diese Muhackl von der CSU… ( und nicht nur die) … denken die wirklich, dass wir alle so blöd sind, und GLAUBEN WAS DIE DA SAGEN? Viel viel fefe hab ich gelesen. Ich muss sagen, ich kenn den Blog schon länger, aber früher war mir das alles zu html-ig und ich habs gemieden. Was soll ich sagen. Frau. Jetzt hab ich erst erkannt, wie genial der Typ ist. Was hab ich gelacht! Erst gestern. So sehr, dass ich schon nicht mehr lesen konnte. Tränen.

Ein Auszug von gestern:

Gegen eine bloße Aktualisierungsfunktion kann das BVerfG keine Einwände haben, weil sonst die Maßnahme an sich gefährdet wäre.

Den Typen, der diese Argumentation gemacht hat, würde ich gerne hinter Gittern sehen. „Ich MUSSTE den Laden ausrauben, Euer Ehren, denn mir ist ja Fahrradfahren erlaubt, und wenn ich denen nicht ein Fahrrad gestohlen hätte, dann wäre ja die Fahrradfahr-Maßnahme an sich gefährdet gewesen!1!!“ Dass solche Leute überhaupt frei rum laufen können, irritiert mich maßlos, aber dass sie auch noch für Bundesbehörden der Exekutive Statements formulieren, das schlägt dem Fass den Boden aus. Wenn ihr es unter den Vorgaben nicht hinkriegt, DANN KÖNNT IHR ES HALT NICHT MACHEN. Ganz einfach!

Ich bin fast ein wenig verliebt. Verliebt so wie man in Musik verliebt ist, oder … aber lassen wir das.

Und heute? Kann ich mich schon nicht mal mehr fremdschämen.

Gut. Denn:

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Software erneut verteidigt – und zugleich den Chaos Computer Club (CCC) angegriffen. „Der Chaos Computer Club heißt so, weil er genau dieses Selbstverständnis hat“, sagte Herrmann der Münchener Tageszeitung und wies jegliche Abstimmung mit dem CCC in der Frage zurück. „Das kann kein Partner sein für eine Behörde, die für Recht und Sicherheit steht.“ [Link]

Öchfz.

Und in GB werden bestimmte Gerichtsverfahren bald nur noch geheim stattfinden. Hab ich beides auch bei fefe gelesen. 😉

Und und und, die List ließe sich forsetzen, so man denn gerade in der Stimmung wäre. Bin ich nicht. Überall werden Bürgerrechte beschnitten, wir werden belogen und hintergangen, (fast schon) wie Verbrecher behandelt, und Leute wie unsere Bundesminister denken nich nur: „Das geht schon, das kann man mit denen machen“ sondern sie lügen auch noch wie gedruckt und denken allen Ernstes, das geht durch UND die lästigen Chaoten „aus dem Computerclub“ kriegt man per Haftbefehl dran. Hallo?

Dann hör ich sie schon. „Kannst ja zu den Piraten gehn…“

ja, mach ich ja schon. Aber auf einmal bin ich mir nicht mehr sicher. Ich muss sagen, mich nervt ganz gewaltig, dass der Nerz oder wie er heißt weisichjetznich, der Oberpirat, Leute wie den braunen Holocaustleugner dulden will…

Nenenee.

ICH will das aber nicht. So tolerant WILL ich nicht sein.

Das is was anderes bei dem anderen Typen, der mit 18 in die NPD, mit 20 wieder raus und das verschwiegen hat (warum auch immer, der Idiot), und sein Amt selber niedergelegt hat und halt ab jetzt  …  äh …  Basisarbeit macht. Wegen dem bin ich gar nich sooo sauer. Wegen dem andern aber schon, und mit Duldung nehm ich meinen Antrag zurück.

So.

Und außerdem steht nebenan die Schule seit Freitag nachmittag offen (mit offenstehender Tür offen) und DAS LICHT IST SEITDEM AN, LIEBER FREISTAAT!

Anyways. [tiiiiefes Ein- … (halten) … und  Ausatmen  …  Phhhhhfhhh]

Und?

Wie geht’s euch so?

Anm: ich hab die Updates gelöscht. Mein Herzallerliebster hat mir Angst gemacht.

Ein gigantisches Geschenk der 99 Prozent an den miezikleinen Rest

Gestern sehr spät am Abend bin ich noch über etwas gestolpert, das mich zum einen fasziniert, zum anderen verärgert hat. Der Virgin Group Gründer, Inselbesitzer (ja, tatsächlich eine von den britischen Virgins) und geschätzte 4,2 Milliarden Dollar (netto!) schwere Richard Branson hat Vorgestern den weltersten Spaceport, Virgin Galactic, eröffnet. Wobei eröffnet eigentlich nur halb zutrifft, denn der Flugbetrieb in knapp außeratmosphärische Höhen wird vermutlich erst gegen Ende 2012 aufgenommen. Das Ding sieht gut aus, immerhin das ist ein Trost für die amerikanischen Steuerzahler, die den Spaceport America im südlichen New Mexico finanziert haben.

So. Und hier jetzt ein wenig Mathe. 209 Millionen Dollar hat das Ding angeblich gekostet. Kommt mir fast ein wenig arg wenig vor, aber nehmen wir diese Zahl mal als gegeben. 450 Personen haben bereits ein Ticket für so einen Flug, der wie gesagt gerade mal an der Oberkante der Atmosphäre kratzt. 200 000 Dollaronen kostet laut Wikipedia ein Ticket – dazu kommt eine Kaution von 20 000 Dollar pro Person (wofür eigentlich? falls jemand über Gebühr während des Fluges Albatrüffel nascht?), ich gehe jetzt aber mal davon aus, dass eine Kaution im Normalfall wieder zurückgegeben wird – das macht also für die ersten – schon mal sicheren – Fluggäste einen Umsatz von 90 Millionen Dollar. Umsatz wohlgemerkt. Nicht Gewinn.

Jetzt frage ich mich erstens, wieviel mehr Leute gibt es, die sich ein Ticket holen könnten? Maximal dieses berühmte eine Prozent der US-Bevölkerung; wie gesagt maximal, da man davon ausgehen kann, dass auch unter denen Menschen sind, die zu jung oder zu alt sind, denen das zu lahmarschig ist, die unter Flugangst leiden oder schlicht nicht interessiert sind. Zweitens frage ich mich, wie man das den amerikanischen Steuerzahlern vermitteln soll (vermutlich gar nicht), dass sie für etwas gezahlt haben, das ihnen im Ergebnis zu 0 Prozent zur Verfügung steht. OK, sie können hinfahren und sich das Gebäude und eventuell sogar die Flugzeuge ansehen, damit fliegen können die meisten bei diesen Preisen wohl nicht. Aber warum nimmt man dafür überhaupt Steuergelder, Branson is reich wie sau, 209 Millionen sind für den doch ein Klacks.

Aber was ich mich schon die ganz Zeit frage, wann soll sich das Ding denn tragen? Kann es das überhaupt jemals? Ich kann es mir nicht vorstellen. Gedanken dazu? Irgendjemand?

[via]