Archive for the ‘ Lifestyle ’ Category

Von Idealismus, Kultur und der Schwierigkeit, genau zu kommunizieren

Kulturgate Augsburg
Augsburg hatte sein kleines „Kulturgate“. Bemerkt? Vermutlich nicht, denn wirklich viel ist davon nicht an eine breitere Öffentlichkeit gelangt. Und das ist auch gut so. Denn bereits in zwei Wochen oder auch in dreien, werden hoffentlich alle herzlich lachen darüber, wie die Gemüter übergeschäumt sind, der Ton schärfer wurde und plötzlich alles irgendwie persönlich war. Alle, bis auf einen. Der sollte in sich gehen und sein Verhalten nochmal überdenken. Auch ohne Namensnennung wird derjenige wissen, dass er gemeint ist. Doch zurück zum Anfang.

Am Anfang stand die Kultur. „Wir wollen eine Kulturveranstaltung machen, wir machen es selber.“ Das war der Tenor zu Beginn. Es wurden Augsburger Künstler akquiriert, die für die Bestückung der Ausstellungsräume oder auch für die Visuals während der musikalischen Darbietungen sorgen sollten. Und bereits hier tauchte offenbar das erste Problem auf, denn aus dem „Wir selber“ war mittlerweile ein “Wir – mit Unterstützung der SPD“ geworden. Eventuell war dieser Übergang für die Veranstalter so logisch vollzogen worden (vermutlich stellte man fest, dass man eine derartige Veranstaltung schlicht finanziell nicht selbst stemmen kann und bekam ein diesbezügliches Angebot aus der Ortsgruppe Ulrich der Augsburger SPD), dass einfach vergessen wurde, den Künstlern dieses Detail mitzuteilen.

Das wiederum führte dazu, dass die Künstler, die von dieser Tatsache erst durch den Flyer vor der Nase unterrichtet wurden, verärgert waren. Zurecht. Es ist ein Unterschied, ob man seine Kunst in den Dienst der Kultur oder in den Dienst der Partei-gesponserten Kultur stellt. Diese Tatsache wurde wiederum von Veranstalterseite geleugnet, es sei eben KEINE Parteiveranstaltung der SPD, die SPD zahle lediglich die Miete. Weiterlesen

Von Neid, Erde und überquellenden Säcken

Huhu, hier bin ich wieder, direkt aus der Hängematte. Ich muss sagen, ich bin schon neidisch auf die Leute mit Acker, die mittlerweile schon reiche Beute machen. Aber heute wird nicht lang rumgeredet, los geht’s:

Der Garten platzt wahrlich aus allen Nähten, was mich dazu gezwungen hat, weitere knapp 500 Liter Erde in Pflanzsäcken und anderen Behältnissen zu versenken (fragt nicht nach dem durchaus auch voluminösen Loch in meinem Geldbeutel). Zwei Fahrten waren notwendig. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.  Hier sehen wir die Pflanzen an der Südmauer, von unten rechts nach oben links: Walderdbeeren, momentan überwuchert von einer gelben Minigurke, die obendrein noch rund ist. Dann kommt der Palmkohl, Tomaten, Mangold (noch winzig) und Salat, mehr Tomaten, mehr Gurken, dann der erste Kartoffelwahnsinn, Regentonne, das wars.

hier die Gurke, süß, oder?

Hier befindet ihr euch an der nach Osten gewandten Mauer, Salat und Palkohl, ein Versuch.

Dann die Feuerstelle, einer meiner Lieblingsplätze.


Hängematte. Mehr muss man da nicht sagen. (Doch, etwas schon, nämlich das Bild, das is ansonsten immer richtig rum, nur hier nicht… tut mir leid)

Hier kommt die Auberginenarmee.

Es grüßt die Schwarzäugige Susanne!

Wie man gut sehen kann, hab ich meine Hängetomaten doch mehrheitlich hochgebunden.  Einfach aus Platzgründen. Die Tomatenhecke ums Kartoffelfeld is ne Notlösung, die mir mittlerweile aber sehr gut gefällt.

Ich verspreche, bald Bilder von den reifenden Früchten zu posten.

Neues aus dem Innenstadt-Tomatenwald

an einem regnerischen Tag im Juni

Oh mann, langsam zeigt sich das ganze Ausmaß meiner Unbedarftheit beim Aussäen von Tomaten. Der Tomatenwald befindet sich in der mitte des Bildes, links daneben wuchert ein Kürbis, rechts daneben lila Stängelkohl (geht in Richtung Brokkoli-Urahn, muss noch schaun, was ich damit mach) und am rechten Bildrand sieht man Kartoffelwucher. Oberhalb des Gartenbeets befindet sich mein nigelnagelneuer miezikleiner Kartoffelacker, in dem nun weitere Bio-Agrias aus dem Hause Wilholm versenkt wurden. Gleich darüber mein neuestes Spielzeug: eine Feuerschale bestehend aus einem Biergartentischgestell aus Eisen (Sperrmüllfund) und einem uralten Gußeisenwok, der schon rostet.

An der Mauer sieht man auf dem obigen Foto so ein Hängeteil mit Pflanzen drin. Vertiplant. hier die etwas genauere Ansicht, wenn auch leicht verschwommen. Wenn ihr meine Meinung hören wollt: Ich würds nicht wieder kaufen. War nicht besonders teuer, zwei für 14 Öre, aber ich hab nur eins zum Schauen mal bepflanzt – und es gibt Mängel. Wie man ziemlich gut sehen kann, hängen die Pflanzfächer so sehr nach vorne (und ich krieg das auch nicht anders hin, es sei denn ich würde alles nochmal ausbauen und irgendwie halbe Plastikbecher oder ähnliches als Stütze einbauen; vielleicht nächstes Jahr) Das Nach-vorne-hängen hat nämlich den Nachteil, dass man ganz laaangsaaam gießen muss. Häppchenweise. Sonst läufts sofort über und vorne raus. Und eben nicht den angedachten Weg von der obersten zur mittleren und unteren Etage via Durchtröpfeln. Sieht zugegebenermaßen nichtsdestotrotz sehr hübsch aus.

Und hier nochmal die vielen Tomaten.

das da in der Kiste unten ist Sellerie, der langsam losschießt… ich frage mich langsam, ob ich auch da übertrieben habe. Andererseits ist Sellerie gut lagerfähig…

Ich muss außerdem noch ungefähr eine Tonne Karotten nachziehen, irgendwas lief nicht soo super mit meiner ersten Aussaht – und das obwohl der Zeitpunkt laut Mondkalender ideal war. Mittlerweile halt ich mich ja schon längst nicht mehr dran, allein weil die allermeisten Vergleichs-Aussaaten an günstigen und ungünstigen Tagen sich so gleich gut entwickelt haben.

die Scherben von Tontöpfen waren halt da und stabilisieren einerseits das Beet, andererseits verhindern sie auch zu schnellen Wasserabfluß

Jo. Fertig mit der Bestandsaufnahme.

Lesetipp: Kathrin Hartmann „Wir müssen leider draußen bleiben“

Vergangene Woche bin ich über ein Interview mit Kathrin Hartmann gestolpert, Autorin des erst kürzlich erschienenen Sachbuchs „Wir müssen leider draußen bleiben – Die neue Armut in der Konsumgesellschaft“. Das Interview hat mir derart gut gefallen – kein Mangel an klaren Worten, kein um den heißen Brei rumreden, mit dem Verweis, dass alles im Buch steht und hier nicht zuviel verraten werden soll – dass ich mir das Buch sofort bestellt habe. Und nach der Abholung hat es zwei Tage gedauert, dann war ich durch.

Ja, ich hab’s im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen. Die Methode, mit der Hartmann vorgeht, ist sehr wissenschaftlich. Sie belegt alles, hat stets vor Ort recherchiert (auch wenn vor Ort Bangladesch hieß) und vermeidet konsequent zu schnelle Schlüsse, auch wenn man ihre nagenden Zweifel durchaus merkt. Dass dann am Ende doch bestätigt wird, was viele von uns bereits recht schrumifumi im Hinterkopf geahnt oder sogar bewusst befürchtet haben, ist schlimm. Aber es ist dennoch notwendig, derlei Entwicklungen von all dem PR-Müll der Konzerne zu befreien und als klare Aussagen hinzustellen. Das tut Hartmann, indem sie nicht nur ihre eigenen Rechercheergebnisse darlegt, sondern auch die Erkenntnisse anderer zum gleichen oder zu angrenzenden/überlappenden Themen mit einflicht.

Die Kapiteleinteilung macht bereits deutlich: Hier versucht jemand, einen Überblick zugeben, und zwar einen vergleichenden, globalen, der alle Auswirkungen des konsumgesellschaftlichen Tuns aufzeigen möchte. Meines Erachtens gelingt Kathrin Hartmann das sehr gut. Über Ausgrenzung und die Kultivierung von Mythen, die den Hass gegen eine – wie auch immer geartete – Unterschicht schüren, schlägt sie den Bogen über die deutschen Tafeln zur Getrifizierung (und Supergentrifizierung), um sich dann den Reichen zuzuwenden. Sie zeigt viele viele Beispiele auf, wie sich die Reichen bereits in eine Parallelwelt verabschiedet haben, wie sie die Medien (bis auf sehr wenige Ausnahmen) auf ihre Seite ziehen und auch der bereits bekannte große Einfluß auf die Politik findet Raum. Zu guter letzt entlarvt sie noch sogenannte Sociual Businesses als das was sie sind: ganz normale profitstrebende (und somit moralfreie) Konzerne, die sich lediglich eine neue Art der PR ausgedacht haben. Und diese PR funktioniert. Denn sie beruhigt Gewissen auf der einen Seite und gleichzeitig ist der Aussagegehalt für uns alle nicht wirklich nachprüfbar. Siehe Hartmanns Suche nach der sozialen Joghurtfabrik in Bagladesch von Danone in Kooperation mit Muhammad Yunus (zu diesem – unfassbarerweise – Friedensnobelpreisträger erfährt man so einiges im Buch, das einem die Fremdschamesröte auf die Wangen treibt, so übel ist sein Tun. Man möchte nicht mehr Mensch sein). Yunus gilt als Erfinder der Mikrokredite, ein Instrument, mit dem die Ärmsten der Armen in eine unentrinnbare Schuldenfalle getrieben werden – während Reiche Spekulanten dadurch noch reicher werden.

Mein Fazit: Eine unbedingte Buch-Empfehlung. Es macht wütend, und ich hoffe wirklich, dass dieses Buch möglichst viele Menschen lesen. Liest sich so spannend wie ein Krimi, die Sprache ist unterhaltsam und schafft es doch, der Ernsthaftigkeit des Themas gerecht zu werden. Eigentlich hatte ich an ganz vielen Stellen im Buch eher den Eindruck, einen sehr gut geschriebenen Blogeintrag zu lesen, so kurzweilig war die Lektüre. Und aufregend, im Wortsinn. An einer Stelle schreibt Hartmann mal: „Man möchte schreien.“ Das kann ich bestätigen. Mehrfach knäuelte sich eine recht massive Wutkugel in meinem Bauch zusammen. So kann, so darf es nicht weitergehen. Wir können nicht weiterhin die Mär vom faulen Hartzer, der der Gesellschaft ganz schlimm auf der Tasche liegt aufrecht erhalten. Genauso wie uns doch klar sein muss, wie faul die Ausrede der „faulen Südländer mit mediterranem Verhältnis zum Geld“ ist. Wir können auch nicht länger so tun, als hätte deren Treiben nichts mit uns zu tun. Wir müssen uns wehren! und auch aktiv gegen diesen Wust an Vorurteilen vorgehen. Da hat Hartmann völlig Recht und spricht mir aus der Seele.

Einen Kritikpunkt habe ich aber doch, allerdings geht der nicht an Hartmann selbst, sondern ans Lektorat des Blessing Verlags: Ich hätte gerne den Preis des Buches auf 20 Euro aufgerundet gezahlt, wenn es dafür nen ordentlichen Lektor gegeben hätte. Fast auf jeder Seite mindestens ein Fehler. Doof.

Wer die Wahl hat, hat die… Moment, haben wir noch eine Wahl?

Mit den Multis ist das ja nicht so einfach wie mit Vampiren, Kreuz/Knoblauch umhängen und das Gesocks bleibt einem vom Leib. Nein, bei den GMO/Monsanto Freunden ist das anders, man muß wirklich genau hingucken, welches Produkt man kauft, um nicht doch ausversehen die Bösen zu unterstützen! Wer also wissen möchte wie das mit den Dummbatz-Konzernen (von klein zu groß) so läuft, hier eine tolle Infografik, die aufbröselt, wer da mit wem und überhaupt.                                                                                                                                                    Das is wirklich die Pest… aber wir haben noch eine Wahl!Draufklicken => größere Grafik

[via]

Eier? Wer braucht schon Eier?

ohne Ei, ohne Milchprodukte - aber mit Schokolade
Gut. Mir fällt da zumindest eine Antwort für die obige Frage ein, die durchaus einleuchtet. Mir gings aber einzig und allein ums Backen. Et voilà: Hier sind sie nun, meine ersten Cupcakes ohne Ei. Und zwar oberschweineleckere Apfel-Nuss-Cupcakes. Statt Milch hab ich ungesüßten Sojadrink genommen, das Ei wurde durch etwa 60 Gramm Apfelmus ersetzt. Für die Florentiner-Nuss-Kruste habe ich sogar Honig durch Agavendicksaft ersetzt. Die total leckere Alsan Bio Margarine war mein Butterersatz – denn die schmeckt wirklich genau wie Butter. Wenn ich mir nicht eingebildet hätte, dass da aus gesamtkompositorischen Gründen noch Schoko drauf muss, wären sie also völlig vegan geworden. Aber ich hatte eben noch mehr als genug sauteure Viviani Bio und Fair Trade Kouvertüre daheim – die schmeiß ich ja schließlich nicht weg…

Anfang April: Das Netz, der Baum, die Pflanzen!

Soooo viel ist schon passiert, und mindestens zweimal bin ich erst so spät fertig geworden (und hatte bis dahin das Fotografieren sträflich vernachlässigt), dass es für gute Bilder schon zu dunkel war. Hier ein paar Bildchen:

Als Tante Heinz neulich den Garten betrat, sagte er: „Ja, dea Baam hod ja ned guad aafbassd, beim Rasiern.“ Stimmt. So schauts aus. Aber in Wirklichkeit habe ich den Baum (genauer beide Bäume) mit Mycelkörnern geimpft. Austernseitling und Roter Lackporling. Vorteil: der Pilz bleibt, die Früchte kann ich (hoffentlich) für immer ernten. Nicht wie diese Brutboxen, die man maximal dreimal abernten kann, und dann is ende.

Nächstes Bild: Das Netz. Der Praxistest blieb noch aus. Soll meine Pflanzen vor den hohen Bällen vom Sportplatz schützen.

Momentan sind ja grade Ferien. Sehr geil. Sau leise isses. Das wissen bestimmt auch die Pflänzchen zu schätzen…

Bald wieder.

P.S.: Ach ja, man kann auf dem Netzfoto erkennen, dass es da ein neues Beet gibt. Ein Experiment (ach). Beet ohne Umgraben. Hört sich super an. Is aber in der Praxis schon halb zerstört worden. Marder? Keine Ahnung. Muss aber was mit Krallen und Zähnen gewesen sein. Katze? Dafür sah’s schon fast zu wild aus, eigentlich, aber man weiß ja nie…