Wir, die Lebensmittel-Messies!

Ich glaube, ich muss nochmal ein haha heute hinterher schieben. Via fefe bin ich auf eine Pressemeldung der BVE aufmerksam geworden (übrigens sehr schöner Gebrauch des Neusprechs „alternativlos“). Etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel werden laut einer (von Bundesministerin Ilse Aigner in Auftrag gegebenen) Studie jährlich weggeworfen.Die Tagesschau hatte es auch im Programm. Blablabla und jetzt kommt’s: “ Mit ca. 6,7 Mio. Tonnen entfällt der größte Anteil auf die Privathaushalte.“

Nie im Leben! Das kann ich nicht glauben. Wer ist überhaupt die BVE? Die Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie. Ach so. Ja dann. Da kommt mir spontan ein Artikel aus der FAZ online vom vergangenen September in den Sinn… hier, „Ein Missverständnis namens Mindesthaltbarkeitsdatum„. Und irgendwie glaube ich, dass daher auch mein Misstrauen gegenüber den obigen Zahlen rührt. Wie kann das sein? Jeder weiß, dass der Groß- und Einzelhandel wegschmeißt, was geht. Der Konkurrenzkampf und die Kundenbindung und EU-Normen und wer weiß was noch. Und da sollen Privathaushalte die Schlimmen sein? Pf.

Dumpstern wird anscheinend auch beliebter. Ich gesteh’s: als ich das zum ersten Mal mitgekriegt hatte, dass es Leute gibt, die sich aus dem Müll ernähren, da dachte ich a) in erster Linie an Obdachlose, und b) hats mich ein wenig geekelt. Aber mittlerweile hab ich den Gedanken von rechts unten nach links oben gewälzt und kann zumindest die Gründe nachvollziehen. Die geben da übrigens auch Tipps zur Müllvermeidung.

Für mich riecht das doch nach so ner gefaketen Scheiße. Ich meine, dass die deutsche Ernährungsindustrie sich nich selber den Schwarzen Peter zuschiebt… klar oder? Dass definitiv auch in Privathaushalten zuviel weggeworfen wird, will ich auch gar nicht bestreiten, aber mir kommt das Ergebnis dieser Studie irgendwie hingedengelt vor. Vielleicht täusche ich mich auch.

  1. privathaushalte die größten wegschmeißer? kommt mir auch komisch vor. habe gelesen, dass der handel angeblich nur 1 prozent der waren in den müll wirft. kann ich mir nicht vorstellen. außerdem bleibt ziemlich auf den feldern liegen, wird gar nicht geerntet oder gleich aussortiert, da es nicht den ästetischen kriterien der verarbeiter entspricht.

    andererseits: ich kenne doch einige, die ihren joghurt etc. nach überschreitung des mhd angstvoll entsorgen. die leute haben einfach zu wenig vertrauen in ihre sensorischen fähigkeiten!

    • du sagst es! die haben bestimmt irgendeine hanebüchene Begründung gefunden, warum EU-Norm-Ausschussware, die gar nicht erst in den Handel kommt, nicht zählt. Und die anderen Sachen haben sie auch noch weggelassen, weil, da können sie ja nichts dafür, dass die Kunden (angeblich) bspw Radieschen oder Kopfsalat am zweiten Tag nicht mehr kaufen. [Ich würde mal sagen, sowas ließe sich locker mit der richtigen Lagerung über Nacht beheben, aber egal.] Ich glaub das nicht. Ich will eher schon wissen, wie die Uni Stuttgart da untersucht hat. Und wo. und wie lange. Hab ich aber noch nichts dazu gefunden. Auch komisch.

    • alexander köpf
    • 14. März 2012

    Ich weiß nicht, glaub schon, daß immer noch viele das Zeug nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums wegschmeißen. Dabei kann man den Kram meistens noch sehr viel länbger gefahrlos verzehren.

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