Komm in den Garten…

tinitussis Garten 12.2.2012

Mein Garten. Er ist klein,mitten in der Stadt, nahezu uneinsehbar, hat vorneweg eine gar nicht so kleine Terrasse, und liegt direkt neben einem Schulsportplatz (daher der hohe Ballfangzaun). Für echte Selbstversorgung ist er – da mach ich mir nichts vor, obwohl ich davon noch nicht wirklich viel Ahnung habe – viel zu knapp bemessen. Trotzdem habe ich beschlossen, mal zu schaun, wie weit ich mit meiner relativ kleinen Fläche in Bezug auf Selbstversorgung komme.

Tomaten gab’s schon vergangenes Jahr, und auch Kräuter sowie Kapuzinerkresse habe ich in dem Beet gepflanzt, das ich der kleinen Gartenfläche im vergangenen Frühjahr mühevoll abgerungen habe. Doch in diesem Jahr  muss mehr her. Mindestens mal all die Sachen, die man ständig kauft, wie Karotten, Kartoffeln, Salat, Sellerie und dergleichen. Und dann natürlich auch ein paar Schönheiten unter den Gemüsen, wie etwa Cima di Rapa in violett oder auch Agretti, das bizarre italienische Salzkraut, habe ich als Bio-Saatgut bestellt.

Apropos Bio-Saatgut, ich habe bei der Recherche festgestellt – gesucht habe ich übrigens in erster Linie nach sogenannten historischen Bauerngartensorten, Heilpflanzen sowie alten Erhaltsorten bei Gemüse und essbaren Blütenpflanzen – dass die Unterschiede unter dem Label „Bio“ gigantisch sind. Manche Sorten sind in Demeterqualität anscheinend gar nicht zu bekommen, dafür gibts alles in „EU-Bio“. Wunderbar, oder? Nee, alles andere, denn dieses EU-Bio ist ein totaler Scheiß. Unter dieser Bezeichnung darf alles verkauft werden, was einmal in Bio-Erde (auch da: riesige Unterschiede) aufgegangen ist, eine Frucht gebildet hat, und der Samen, der  ist dann EU-Bio. Völlig ungeachtet der Tatsache, dass der Samen der Mutterpflanze beispielsweise gentechnisch manipuliert, „geimpft“, bestrahlt oder sonstwas wurde. Für mich hieß das, von den Sorten die ich nicht mindestens in Biolandquali kriege, Abschied nehmen. Wenn ich mir schon die Arbeit mache (ja, ich weiß, man darf Gartenarbeit nicht als Arbeit ansehen), dann nur mit möglichst unbelastetem Saatgut (und möglichst guter Erde).

Das kostet natürlich wesentlich mehr als konventionelles Saatgut das zu Schleuderpreisen an Billigmarktkassen feil geboten wird, und sehr oft – neben dem oben erwähnten irgendwie behandelten Zeug – Hybridsorten enthält, die den Kauf im nächsten Jahr dann wieder garantieren sollen; aber es wird sich lohnen.

Und hier stelle ich nun mein zweites Motto in Bezug auf meinen Garten vor:

                                                    Möglichst wenig kaufen. 

Und getreu dieser Offline-Protest-Parole hab ich heute angefangen, die ersten Samen zu setzen. Ach ja, dem ganzen großen Experiment „Garten“ hat sich klammheimlich ein kleines Studienfeld angeschlossen: Gärtnern nach dem Mondkalender. Auch hier bin ich insofern völlig blank, als ich keinerlei praktische Erfahrung mitbringe. Deshalb ja das Experiment. Aber sowohl Oma als auch Uroma haben nach dem Mond gepflanzt und gute Erfolge erzielt. Ausprobieren kann nicht schaden.

12.2.2012 oben 9xBorretsch, unten 8xRingelblume (Blütentag)

Heute ist ein Waage-Tag, abnehmender Mond, ein Blütentag. Laut meinem kleinen Taschenkalender war heute ein guter Tag zum setzen von Bütenpflanzen.

Mal sehen was das wird...

Also habe ich den Tag dazu genutzt – da mein bestelltes Saatgut noch nicht da ist – mal von meinen Altbeständen (kein Bio) ein paar Blütenpflanzen-Samen in Anzuchterde zu stecken. Mal sehen, was davon angeht. Seit einiger Zeit sammle ich zudem Klopapierrollen, da man sie wunderbar zum Vorziehen von Pflanzen verwenden kann. Von den breiten Luftpolster-Bändern hab ich jede Menge, ich hab je so nen Tick nicht alles wegzuschmeißen. Hat mir als Kind schon den Titel „der gleiche alte Schuttler wie der Opa“ eingebracht, heute sagt mein Freund zu mir Messie… pff…  ich hab halt einen guten Blick für Dinge, die man nochmal gebrauchen kann. Wie man sieht. ^^

Die PET-Flaschen habe ich dem Recyclingkreislauf entrissen und verwende sie nun als Mini-Gewächshäuser. Zum Lüften dreht man oben den Verschluss auf.

So stehen meine DIY-Gewächshäuser da

Gesetzt hab ich übrigens Ringelblumen (ein Geschenk von Frau Merkwürden),  Borretsch, Kapupinerkresse, diverse Samen aus einer Mischung Duftwicken und Sonnenblumen. Jaja, ich weiß, das war vielleicht ein wenig zu ungeduldig, aber hey, ich hab sie nicht mit in die Wohnung genommen, noch herrschen auch für die nur so etwa sechs Grad da unten in meinem „Gartenschuppen“. Immerhin plus.

Und gleich hat sich die Feuchtigkeit auf der aufgeschnittenen Plastiktüte niedergeschlagen...

Also, ich halte euch auf dem laufenden, und wer mir tolle Tipps hat, wie man anfallenden Müll  noch wiederverwerten kann: Her damit! Auch Kompost, den mach ich auch noch, einen konventionellen im Garten hinten und einen Wurm-Komposter. Doch ich muss erst noch Würmer fangen. Die lieben anscheinend Pferdemist und ich kenn jemanden mit Pferden. Wird alles berichtet. Und dokumentiert. ;] Mal sehen, ob der Preis von 15 Öre für 200 Würmer gerechtfertigt ist. Ich hab ja keine Ahnung, wieviele von denen man da an so nem Haufen finden kann.


  1. Viel Glück mit deinem Garten. Ich werde dein Blog verfolgen😉

    schönen Tag und nen grünen Daumen
    LG
    Sonja

  2. Leider ist der Kompostwurm zwar eng mit dem Regenwurm verwandt, aber eben nicht identisch. Eisenia fetida und Eisenia andrei sind die zu bevorzugenden Arten, es gibt auch andere, die setzen aber weniger schnell um. Regenwürmer allein bringen anscheinend gar nichts.

    Das Forum kenn ich, danke aber trotzdem.

      • Frau Merkwürden
      • 20. Februar 2012

      wenn du meinst. Ich kenne niemanden, der extra Würmer gekauft hat.

      • ich kauf die ja auch nicht, hab ich ja geschrieben, sondern sammel bei einer Pferdehalterin, die mir schon versichert hat, dass ich tausende haben kann. Der Satz „Mal sehen, ob der Preis von 15 Öre für 200 Würmer gerechtfertigt ist.“ sollte lediglich bedeuten, dass ich keine Ahnung habe, wie lange man da hinsuchen muss. Aber jetzt weiß ichs ja, geht ganz schnell und kostenlos.

    • Frau Merkwürden
    • 13. Februar 2012

    …also bei mir wohnen die Regenwürmer sogar in den Blumenkübeln, ich würde da keine kaufen. Wenn ich im Frühling das Laub vom Herbst wegschiebe, kommen garantiert welche raus. Kann dir dann ja einen Sack halbverottetes Laub inklusive Würmern als Kompoststarter abgeben.

    Wo ich schon oft tolle selbst gezogene Samen herbekommen habe ist das Forum hier mit eigener Tauschbörse: http://forum.planten.de/index.php?PHPSESSID=7ecngpig9aa2s32s6prsse0rd5&board=21.0

    Bin da zwar nicht mehr so oft unterwegs, weil ich mehr ein Antworter als ein Frager bin, aber es ist nach wie vor eine tolle Sache.

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