Human Centipede II – Das Grauen in Schwarz/Weiß

OMFG!! Jetzt, oder? Human Centipede 2. Angeblich der schlimmste Film. EVER. Neulich wach ich auf, circa 3 Uhr, schallendes Gelächter nebenan im Wohnzimmer. Sickfile, Snickerz, Moses, Pit und Felix. Film war schon rum. HC 2. Und allein das (DAS) als völlig Außenstehender mitzukriegen war der WAHNSINN. Meinungen zwischen „Ey, was wollt ihr, is doch nur n Film“, „verstörend, faszinierend“, einen echten Hosenrunterlasser von Moses, der völlig zerstört auf der Couch sitzend erzählt vom Trailer, und wie er sich die ganze Zeit denkt, „jaaa, mann, super Marketing… und jetzt … ich… dachte nicht, dass das … Ernst ist…“

Haahaha, und der beste Satz kam von Pit, zu Felix, der alles nich soooo schlimm fand: “ Jetzt gehst heim, schläfst, wachst mittendrin auf und … DER FILM IS DA!“

Und da fängt die Geschichte an. Denn der Film – ohne Zweifel in meinen Augen ein gelungenes Machwerk – kam nicht. Jedenfalls nicht bei mir. Nicht nachts im Traum und auch nicht tags in Gedanken. Hmm. Das war beim ersten Human Centipede ganz anders; Dr. Heiter schien mir eine Zeit lang überall aufzulauern. Wieso also nicht eine in irgendeiner Form vergleichbare Nachwirkung beim zweiten HC? Der laut Tom Six schon noch eins drauf setzen sollte. Und das hat er ja auch. Für schwache Nerven isser definitiv nix, und wer besondere Empfindlichkeiten in Bezug auf Fäkalien hat, sollte am besten vom Film Abstand nehmen.

Für die kommenden Absätze gebe ich mal vorsichtshalber Spoiler-Alert:

Ich meine, es geht bei weitem nicht spurlos an mir vorbei, wenn Martin sich ohne Rücksicht auf Verluste (die er dann doch bedauert) durch sein persönliches Projekt stümpert. Überhaupt Martin, die ebenso sprachlose wie grandiose Hauptrolle. (Wer kann sich nach HC II vorstellen, dass der Schauspieler noch bis vor kurzem Kinderfernsehen gemacht hat?) Mein Gott, ich gestehe, ich hatte an manchen Stellen tatsächlich Mitleid mit ihm. An manchen Stellen des Films scheint sogar eine Größe erreicht, die an Streifen wie etwa Maniac oder Henry heranreicht; vermeintlich unentrinnbare Täter-Opfer-Verstrickungen werden durch Rückblenden offenbar. Also was ist los? Wieso kam er denn nicht, der Film?

Ich weiß es einfach nicht. Ich habe aber mittlerweile eine Theorie: Ein Übermaß an Erwartungen gepaart mit zu vielen (wenn auch kleinen) Spoilern, die ich zwangsläufig in jener oben beschriebenen Nacht abbekommen habe. Anders kann ich mir nicht erklären, warum mich Human Centipede 1 samt Dr. Heiter und den ziemlich schrägen deutschen Tatort-Bullen wesentlich mehr gerissen hat als Martins ebenso dilettantisches wie ambitioniertes 12-Glied-Projekt im zweiten Teil. Ist aber vielleicht auch nicht wirklich wichtig, denn wie gesagt, der Film is gut, die Bilder gekonnt inszeniert, da kann man nicht meckern.

Ganz interessant war im Nachfeld noch ein Gespräch mit Moses, der in einem Nebensatz angemerkt hat, dass er vermutet, Six habe die Teile so angelegt, dass am Schluss eine Summe der Teile heraus kommt, also HC 1 BIS 3 und nicht drei einzelne, getrennte Teile (Variationen) zum Thema. Zumindest für den ersten und zweiten Part ist das durchaus nachvollziehbar. Und der dritte, gut, muss man abwarten. Six meinte ja, dass der dritte Teil den zweiten wie nen Disneyfilm aussehen lassen wird. Es bleibt also spannend.

Mein Fazit: Genre-Liebhaber sollten ihn sich nicht entgehen lassen, so sie denn an ihn ran kommen. Den ersten Teil gibt’s jetzt übrigens in der Videothek Pi in der Maximilianstraße 58 in Augsburg auszuleihen. Englisch.

    • sparzins
    • 16. November 2011

    haha geil🙂

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