Afrikanische Zombies: noch langsamer als amerikanische

Wir hatten schon seit längerem vor, Kurzkritiken zu gerade eben angesehenen Filmen zu schreiben. Weil wir (wir sind in diesem Fall Fritz, Sickfile und ich) nämlich ein schier unglaubliches Geschick haben, ziemlich üble Streifen auszuwählen. Devil zum Beispiel. Ein Fahrstuhlfilm im wahrsten Sinne des Wortes, so wie es eben auch Fahrstuhlmusik gibt. Oder Insidious. Schlimm. Zu neuen ungeahnten Tiefen gelangte unser gemeinschaftliches Filmglotzen vor ein paar Tagen; The Dead hieß das Machwerk.

The Dead, der Titel legt es nahe, ist ein Zombiefilm. Spielort: Irgendwo in Afrika. Die Story: schnell erzählt. Der einzige Überlebende (weiß, Amerikaner) eines Flugzeugabsturzes (Hintergrund für den Flug ist die Evakuierung einer Militärbasis aufgrund bereits übermächtiger Zombiepräsenz) trifft auf einen afrikanischen Deserteur (schwarz, logo), der seinen Sohn sucht. So entspinnt sich eine Art Splatter-Roadmovie durch die idyllischste afrikanische Landschaft, die man sich vorstellen kann. Vorbei an Sonnenuntergängen, Schirmakazien und unglaublich langsamen, aber stetig und in großer Zahl durch die Flora staksenden Zombies.

Soweit wäre das Ganze ja eigentlich in Ordnung. Schicksalsgemeinschaft und so, splitternde Knochen und spritzende Körpersäfte, begleitet von fremdschmerzauslösenden Geräuschen. Die Maske hat sich durchaus Mühe gegeben, die Zombies sehen wirklich übel aus, der Kameramann hat tolle Landschaftsaufnahmen gefilmt. Aber. Die beiden Regisseure John und Howard Ford leiden offensichtlich mit zunehmender Dauer des Films direkt proportional gemeinsam an Pathosanfällen, Kitschomanie, politischen Korrektheitsverrenkungen und verirren sich in einer Langatmigkeit, die nur schwer zu ertragen ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich meine, ich habe noch keinen langweiligeren Zombiefilm gesehen. Ich kann mich natürlich irren, aber mir fällt kein einziger Zombiestreifen ein, den ich schlechter fand. Afrika. Gut. Schöne Bilder. Auch OK. Aber Ebony and Ivory in Zombieland? Meh.

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