Was ist eigentlich mit der taz los?

Ernsthaft. Was ist eigentlich mit der taz los? Liest die noch jemand? Findet ihr die gut? Also, ich muss sagen, ich bin entsetzt, wie sauertöpfisch da Meinung verbreitet wird. Ich lese gerade eben DAS hier, taz-Artikel über den Aufstieg der Piratenpartei. Und ich find ihn blöd. Sau konservativ sogar. Und völlig verfehlt.

Ich bin jetzt wirklich nicht besonders politisch, eher schon das Gegenteil. Ich habe – und hatte auch schon immer – das (irgendwie unbequeme) Gefühl, dass Politik durchaus aber etwas ist, womit man sich beschäftigen sollte. Das irgendwie unbequeme Gefühl dabei kommt glaube ich daher, dass das Reden über Politik mit anderen Menschen meist sehr ermüdend und schubladig verläuft. So ähnlich wie im taz-Artikel.

Da wird – vermutlich aus purem Reflex – Neues einzig mit dem Reiz des Neuen, des Protests erklärt. Protest zu den diversen etablierten Parteien. Die Inhalte der Piraten bleiben völlig auf der Strecke. Und der Eindruck den ich bislang von den Piraten gewonnen habe, von den generellen piratischen Politik-Inhalten um genauer zu sein, ist ja wohl der, dass es wenn überhaupt um einen Protest am Parteiensystem geht, wie es bislang besteht. In welche Richtung auch immer die Piraten vorstoßen, es geht und ging bislang um ein Sichtbarmachen. Um das Aufdecken von Strukturen.

Und ja (und das nicht nur im Hinblick auf die Copyright-Geschichte mit den Kinderliedern und der piratischen Liederbuch-Mission in Kindergärten und Kleinkindgruppen) es geht um das Entschleiern von pervertierten Strukturen. Die sich im Laufe der Zeit so eingeschliffen haben, damit möglichst lange möglichst viele davon profitieren. Seien es politische Ämter oder Verflechtungen mit der Wirtschaft.

Und das ist ja eigentlich das Interessante. Denn diese Inhalte sind in meinen Augen so überparteilich, dass sie wirklich jeden ansprechen müssten. Das begreift der Focus offensichtlich schon viel besser. Die Piraten bewegen sich an Probleme heran, die völlig real sind. Keine gelbe oder sonstwie Flut, Terrorpanik oder derlei Hysterie. Sondern Rauschkunde. Auch mutig. Schwieriges Thema in Deutschland. Oder eben Kinderlieder. Oder Studiengebühr abschaffen. Down to earth. Nein, was ich sagen wollte: Da lese ich tausendmal lieber den Focus-Artikel als den taz-Artikel. Interessant oder? So. Musste mal gesagt werden.

Ach ja, und natürlich:

Herzlichen Glückwunsch, Piraten, zum Berlin-Ergebnis.

    • flummi
    • 21. September 2011

    Dass die Taz Kampagnen gegen die PIRATEN führt, ist nichts neues, dass hatten wir schonmal. Man braucht sich nur die Kommentare der letzten 2 Tage anschauen, um das zu erkennen. Man merkt halt, dass die TAZ das inoffizielle Parteiorgan der „Grünen“ ist, und die sind jetzt natürlich wegen dieser neuen Konkurrenz alamiert.

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