Eine Antimaterielanze für die Raumoper brechen

Ich war vorhin mal wieder auf meinem Lieblingskunstblog und habe mir dort anscheinend irgendwie eine akute Bekenntniswut eingefangen. Der Auslöser? Voilà:
Isaac Salazar artwork

Der Künstler der Arbeit mit dem Titel Books of Art heißt Isaac Salazar. Genau. Wie der portugisische Diktator. Und auf den komm ich wiederum auch, weil ich sofort im Geiste ein Ausrufezeichen dahinter gesetzt habe.Von wegen diktatorischem Imperativ oder wie das heißt.

So. Und jetzt zum Bekenntnis. Ich wurde angefixt. Schon vor einiger Zeit. Und auch noch von einem meiner allerbeste Freunde. Fritz (so heißt der Schwerenöter) hat mir damals von Ian Banks Blicke windwärts in die Hand gedrückt, und seitdem verschlinge ich einen Brocken (die Dinger haben grundsätzlich einen Umfang von mindestens 800-900 Seiten, muss man mögen, zugegeben) New Space Opera nach dem anderen. Ian Banks, Vernor Vinge, Alastair Reynolds… Mittlerweile nehme ich mir sogar meinen Stoff nicht mehr nur aus der vertrauenswürdigen Hand von Fritz, sondern fange mir wilde Suchtmittel in einem gewerblichen Buchgehege in der Innenstadt dazu. Der letzte Wildfang? Was finnisches, Hannu Rajaniemi, The Quantum Thief. Und warum? Weil ich den Hals nicht voll kriege. Ich bin – um es mit einem Wort auf den Punkt zu bringen – süchtig. Süchtig!

Und dabei habe ich festgestellt, dass es unglaublich viele Vorurteile gibt, was das von mir momentan bevorzugte Genre betrifft. Das heißt… stimmt nicht ganz, es gibt sozusagen wahnsinnige Berge von Vorurteilen bezüglich Science Fiction, mit dem Begriff „Space Opera“ können nicht allzu viele Leute überhaupt etwas anfangen. Hard SF noch eher.

Dabei sind all diese von mir zuvor genannten Autoren einfach der absolute Wahnsinn! Ich habe wirklich schon lange nicht mehr so inspirierendes, anregendes Zeug gelesen. Banks schreibt einfach superschön, und der kann mal Dialoge schreiben- wow! Das ist wiklich selten. Vernor Vinge (was für ein Name!) ist dagegen so wunderbar warm. Der schafft es, dass man sich so fühlt, als würde man den Protagonisten seiner Geschichten ständig über die Schulter schauen, als wäre man wirklich dabei. Und dann Al Reynolds! Der spinnt seine Jahrmillionen umspannenden Geschichten aus vielen derart nanofeinen Fäden – unglaublich! All diese Schriftsteller möchte ich all unseren Lesern hier unbedingt ans Herz legen. Space Opera hat übrigens erst mal nichts mit Fantasy zu tun. Ich sags nur so. Nicht dass da irgendwelche Irrtümer erblühen (wobei ich auch hervorragendes Fantasy-Zeug oder besser neudeutsch gesagt Fantastik kenne). Womit wir wieder bei Salazar, dem Künstler, wären:

Isaac Salazar

Und wer weiß, vielleicht reicht die Inspiration auch nach der Lektüre, um selbst schaffend tätig zu werden, denn Salazars drittes Book of Art sieht diesen Imperativ vor:

Isaac Salazar

[via todayandtomorrow]

  1. 11. August 2012

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