Fürchte die Kinder von Berühmtheiten

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.  Manche Menschen scheinen dieses „klein“ ein wenig anders zu interpretieren, wie es das Pariser Wintertheater des Jahres 2008 zeigte: Die 87- jährige Liliane Bettencourt, 17 Milliarden schwere Erbin des „L’Oreal“ Konzerns, schenkte ihrem Günstling und Fotografen Francois-Maire Banier über einige Jahre verteilt eine Milliarde Euro in Form von Gemälden, Immobilien, Schecks und Lebensversicherungen. Als Gegenleistung schmierte er ihr lediglich Honig um das faltige Mäulchen – da sieht man mal wieder: schleimige Komplimente bringen die Frauen zum Zahlen und Strahlen.  Dagegen sieht die Feuchtigkeitcreme von Madame Bettancourt ganz schön trocken aus. Auf die Frage nach den Millionen, die ihrem Künstlerfreund regelmäßig zuflossen, sagt die Mogulin der Eyeliner, Tuben und Shampoos: „eine wenn schon bedeutende, so doch proportional nicht ins Gewicht fallende Summe“. Liliane Bettencourt reklamiert für sich, ihr Taschengeld nach eigenem Gutdünken auszugeben. Ihr Gigolo Banier hatte alsbald eine Anklage von der Tochter seiner Mäzenin, Francoise, am Hals. Der Vorwurf lautet auf Erschleichung von Wertgegenständen. Die eigene Brut fürchtet um ihre Pfründe. Vielleicht sind ihrer Meinung nach die Geschenke etwas groß geraten. Seien wir ehrlich, Hand aufs Herz, es musste ja so kommen.

Im Pariser Wintertheater 2010 wird nun folgende Posse gegeben.  Der 71- jährige Rentner, Pierre Le Guennec, hat sich an Claude Picasso, Sohn und Nachlassverwalter des großen Malers, gewandt. Ein Fehler nach momentanem Stand. Le Gunnec behauptete auf seinem Dachboden 271 Werke des großen Picasso zu lagern und wollte von Claude nun Echtheitzertifkate für die Zeichnungen und Gemälde des vielseitigen Künstlers bekommen. An die Sachen sei er während seiner Zeit als Elektriker gekommen, als er bei Pablo Picasso in dessen Villa Alarmanlagen  installierte. Zum Dank hätte Picasso ihm die Kunstwerke geschenkt. Der Sohn des Künstlers war verblüfft und bestätigte die Echtheit der neu aufgetauchten Sachen. Eine so große Schenkung aber hält Claude für unmöglich. Seine Anwälte haben Le Guennec wegen Hehlerei angezeigt und die Polizei beschlagnahmte die kleine Sammlung im Wert von rund 60 Millionen Euro. Seien wir rational, Hand aufs Hirn, es musste ja so kommen.

Große Geschenke scheinen in Frankreich mehr Fluch als Segen zu sein. Oscar Wilde wusste schon, „Großzügigkeit ist das Wesen der Freundschaft.“  Claude und Francoise wollen genau das einfach nicht wahrhaben. Die verzogenen Rotzbengel haben einfach nicht gelernt zu teilen.  Wie können ihre Eltern nur so unvernünftig sein, Geld und Gemälde zu verschenken? Gleich mit dem Anwalt und Polizei drohen, dann fließen die Millionen wieder. Also obacht, wenn unterm Weihnachtsbaum plötzlich ein echter Chagall liegen sollte. Tochter Ida könnte böse werden.

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