Papst Benedikt, der Mitraspieler

In beinah allen Kriegen gibt es das Phänomen des Desertierens. Entweder man teilt die Überzeugung seiner Truppe nicht oder man hat die Hose gestrichen voll von Krach, Bang, Bumm und Tod. Wurde man dabei erwischt, galt man als Verräter an der eigenen Nation, am Glauben oder Ideologie. Darauf stand in der Regel die Todestrafe, also wieder Krach, Bang, Bumm und Tod. Es holen einen dann genau die Sachen ein, wegen derer man geflohen ist. In unseren zivilierten Tagen ist das Gott sei Dank nicht mehr unbedingt der Fall. Somit werden wohl fünf angelikanische Bischöfe nicht sterben, obwohl sie desertiert sind. Im Glaubenskrieg unter den Christen haben sie einfach die Seite gewechselt, nämlich auf die Katholische.  Sie nahmen das Angebot von Papst Benedikt an, das es angelikanische Priestern  ermöglicht, in den Schoß der römischen Kirche zu fliehen.

Geschafft hat er das nur mit den Verlockungen des Teufels: Die Überläufer können als Priester Dienst in der katholischen Kirche tun, aber trotzdem verheiratet bleiben. Also Sex haben ohne Reue. Jesses, Maria und Josef! Was ist denn da passiert? Was für ein fragwürdiger Coup: Der Papst betätigt sich als Spieler mit theologischen Überraschungen, nur begnügt er sich nicht mit  Hütchen, sondern nimmt stattdessen die Mitren der Bischöfe.  Im Kampf um die katholische Vorherrschaft sind offensichtlich alle Mittel recht, um den angelikanischen Klerus wegzuschnappen und selbst sich einzuverleiben. Auch die Bibel scheint diese These zu unterstützen: „Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, . . .“ (Matthäus, 6,3)
Während die Gläubigen vor allem in Deutschland mit dem Zölibat so hadern, scheint das für England sehr einfach zu funktionieren.  Ein Stelldichein und danach die Beichte abnehmen lassen, gehen nun Hand in Hand. England war ja in der Vergangenheit in vielen Dingen die Speerspitze des Verkehrsfortschritt  mit Dampfmaschine, Eisenbahn oder der Seefahrt. Und nun – mit Volldampf vorraus –  endlich mal wieder: beim offiziell legitimierten  Geschlechtsverkehr von Priestern. Das birgt doch den Keim bzw. das Mutterkorn für eine Sexrevolution. Bei den ’68 ern lüftete man unter den Talaren den Muff von 1000 Jahren. Nun könnte man gut 40 Jahre später den priesterlichen Penis unter den Soutainen  befreien.  Vor dem Petersdom horden sich Priester zu Happenings zusammen, um die Gefängnisse in Form ihrer Rippenstrickunterhosen unter Veitstänzen zu verbrennen.

Spannend dürfte dann allerdings der glaubensrechtliche Trick sein, wie der Mitraspieler Papst Benedikt in der katholischen Priesterschaft wieder das Ruder herum reißt, die geforderte Freiheit wieder einzudämmen. Denn wahrscheinlich wird sich der oder eine Priester sein Zölibat mit Verweis auf die angelikanische Ausnahme aufgeben. Sollte das passieren, wird oberste theologische katholische Instanz- die Glaubenskongregation- sicherlich überlegen, welche Mittel nötig, um die eigenen Nachwuchshirten zu halten oder vom Desertieren abzuhalten. Mit Krach, Bang, Bumm, und Tod dürfte man in der Kurie nicht kommen, denn es wiederspricht ja dem 5. Gebot: Du sollst nicht töten! Naja, da man in den heutigen Zeiten flexibel sein muss, wer weiß…. Sollte das nicht funktioniert, hat die katholische Kirche immernoch das Fegefeuer. So entkommt wenigstens nicht die Seele, wenn es schon nicht mit dem Körper klappen sollte.  Mal sehen, was Benedetto noch unter der Mitra verborgen hält.

  1. No trackbacks yet.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: